Hortkinder der Grundschule Albert Einstein besuchen das Burger Heizkraftwerk
Hortkinder der Grundschule Albert Einstein besuchen das Burger Heizkraftwerk
Wie funktioniert ein Heizkraftwerk? Und wie wird aus Erdgas gleichzeitig Strom und Wärme? 14 Hortkinder der Grundschule Albert Einstein in Burg wissen darauf jetzt eine Antwort: Im Rahmen des Energiesparprojekts der Stadt Burg besuchten sie das Heizkraftwerk Burg und erhielten spannende Einblicke in die moderne Energieerzeugung.
In einem vorbereitenden Workshop des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UFU) beschäftigten sich die Kinder des Hort Albert Einstein mit dem Thema Fernwärme. Der Besuch im Heizkraftwerk bot ihnen die Gelegenheit, das Gelernte in der Praxis zu sehen. Begleitet von Bürgermeister Philipp Stark und Klimaschutzmanager Christian Heublein entdeckten sie, wie durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt und Energie effizient genutzt wird – ein Verfahren, das Erdgas optimal ausnutzt und so den Verbrauch von Ressourcen reduziert.
Der Besuch im Heizkraftwerk machte deutlich, wie Kinder durch praktische Erfahrungen ein höheres Bewusstsein für den Umgang mit Energie entwickeln. Indem sie verstehen, wie Energie erzeugt und verteilt wird, lernen sie auch, Verantwortung für den eigenen Verbrauch zu übernehmen.
Wir danken Elke Schütze (Stadtwerke Burg) für die Bereitstellung der Bilder aus dem HKW.
Hier geht es zum lokalen Presseartikel: Energiesparen in Burgs Schulen und Kitas: Kinder erleben Klimaschutz hautnah im Heizkraftwerk

© Stadtwerke Burg

© Stadtwerke Burg
Kontakt: Janna Greisle
UfU betreut Schulen in Potsdam auch die nächsten vier Jahre
Seit 1998 werden an Potsdamer Schulen Projekte zum Energiesparen durchgeführt. Mit seinen 51 teilnehmenden Schulen ist das Potsdamer Energieeinsparprogramm (EEP) eines der größten und langläufigsten Energiesparprojekte in Deutschland. Seit 2017 betreut das UfU zusammen mit der Berliner Energieagentur das EEP und darf nun für weitere vier Jahre das Programm begleiten.
Das Projekt beruht auf zwei Komponenten. In der technischen Komponente werden die öffentlichen Schulen in Potsdam energietechnisch überwacht. Ein sogenanntes Energiemonitoring hält die Verbräuche an Wärme, Strom und Wasser monatlich fest und pflegt diese in eine Datenbank ein. Dies gibt Aufschluss über Verbrauchsspitzen durch beispielsweise Havarien. Außerdem werden die Verbräuche der Schulen miteinander verglichen und dadurch können Rückschlüsse auf den Schullalltag, die energetische Situation und das Nutzerverhalten geschlossen werden.
Die zweite Komponente ist eine Pädagogische. Da Schulen Orte des Lernens sind, liegt der Fokus des Projektes nicht nur auf technischen Energieeinsparungen, sondern auch auf der Integration des Projektes in den Schulalltag. Schüler*innen können in jährlich wechselnden Fokusthemen (Heizen, Lüften, Strom, Klimaanpassung, Hitzeschutz, Ernährung, Ressourcenschutz) etwas über den eigenen Ressourcenbedarf lernen. Energie-AGs und Projekttage zeigen Schüler*innen, wie sie selber Energie einsparen können. Dadurch wird ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Denken geschult. Ein wichtiger Teil ist auch das Erfolgserlebnis. Die Schulen sparen durch das Projekt nach wie vor Ressourcen ein und senken ihre Verbräuche. Das schont nicht nur die kommunalen Kassen, sondern gibt jungen Menschen das Gefühl, selbst etwas erreichen zu können.
Das Projekt funktioniert über ein Anreizsystem. Durch die aktive Beteiligung der Kommune ist gewährleistet, dass die Schule für Einsparungen finanziell entlohnt wird. Über die Projektaktivitäten können Punkte gesammelt werden, welche in Geldprämien am Ende des Schuljahres an die Schule ausgezahlt wird. Da Schulen durch ihre enorme Anzahl oft der größte Energieverbraucher in der Kommune sind, spart auch die Kommune Geld ein.
Im Bereich Wärme ist der witterungsbereinigte Verbrauch pro m2 seit 2017 um fast 7% zurückgegangen. Und das trotz des deutlichen Knicks, den die veränderten Anforderungen während der Corona Pandemie mit sich gebracht hatte. Hier wurde in vielen Schulen quasi dauergelüftet.
Das Projekt in Potsdam ist beispielhaft für den Erfolg, den vor allem langjährig angelegte Energiesparprojekte haben können. Die Abläufe sind mittlerweile sehr routiniert, die Schulen (Pädagog*innen und Techniker*innen) kennen das Programm und jährlich werden sehr viele Einzelaktivitäten in den Schulen durchgeführt und gemeldet. Auch der pädagogische Aspekt wird multipliziert, weil viele Kinder mit ihrer Schule jedes Schuljahr wieder am Projekt teilnehmen.
Kontakt: Marlies Bock
Energie zum Anfassen: Experimente und Austausch beim Jahresauftakt im GSE-Projekt
Energie zum Anfassen: Experimente und Austausch beim Jahresauftakt im GSE-Projekt am 09. Februar 2026
Mit Muskelkraft zum Aha-Effekt: Schüler*innen aus Hannovers Projekt-Schulen erfuhren beim GSE-Projektauftakt im Energie-LAB hautnah, wie viel Energie im Alltag steckt und wie ein bewusster Umgang beim Energiesparen hilft.
Wie viel Kraft kostet es, eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen und im Vergleich dazu eine LED? Diese Frage beantworteten Schüler*innen der Grundschulen Wasserkampstraße, Johanna-Friesen und Wettbergen, der IGS Linden sowie des Gymnasiums Herschelschule nicht theoretisch, sondern ganz praktisch – auf dem Ergometer. Bei der Auftaktveranstaltung des GSE-Projekts im Energie-LAB traten die jungen Energiedetektive kräftig in die Pedale, um Radio, Wasserkocher oder verschiedene Leuchtmittel mit Strom zu versorgen.
„Um eine ganze Schule mit Energie zu versorgen, müssten alle Schüler*innen der Schule das ganze Jahr rund um die Uhr strampeln“, wurde an der ersten von fünf Stationen ergänzend erklärt. Das machte die gewaltige Dimension unseres alltäglichen Energieverbrauchs greifbar.
An den verschiedenen Stationen im Energie-Lab sammelten die 21 teilnehmenden Schüler*innen praktische Erfahrungen: Sie maßen den Stromverbrauch elektrischer Geräte, testeten verschiedene Dämmmaterialien auf ihre Isolierfähigkeit und lernten anhand wassergefüllter Töpfe den Unterschied zwischen energiesparendem Stoßlüften und energieintensivem Dauerlüften kennen.
Parallel dazu tauschten sich die begleitenden Lehrkräfte und Hausmeister*innen mit den Projektverantwortlichen des städtischen Gebäudemanagement und des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen zur praktischen Umsetzung des Projekts an ihren Schulen aus. Besonders neu zum Projekt hinzugekommene Lehrkräfte erhielten dabei wichtige Informationen zu Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten.
Den Abschluss bildete die Präsentation der Schüler*innen, die ihren Lehrkräften begeistert von ihren Erkenntnissen berichteten. Der gemeinsame Ausklang bei Imbiss und Getränken bot Raum für weiteren Austausch und Vernetzung zwischen den teilnehmenden Schulen.
Das GSE- Projekt (Gruppe schulinternes Energiemanagement) motiviert Hannovers Schulen seit vielen Jahren erfolgreich zum bewussten Umgang mit Energie.
Kontakt: Janna Greisle
Abschlussfeier des Erasmus-Projekts „Nachhaltige Energienutzung Berlin – Athen 2024/25“
Abschlussfeier des Erasmus-Projekts „Nachhaltige Energienutzung Berlin – Athen 2024/25“
Abend im Zeichen des Austauschs zwischen Berlin und Athen
Mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung ging das Erasmus-Projekt „Nachhaltige Energienutzung Berlin – Athen 2024/25“ nach zwei Projektjahren zu Ende. Der Abend stand ganz im Zeichen des Austauschs zwischen Berlin und Athen und würdigte die Ergebnisse der Zusammenarbeit der Kooperationspartner.
Reiner Schiller-Dickhut (RfG – Respekt für Griechenland) eröffnete die Veranstaltung mit einer Einführung in den Abend und in das Projekt. Im Mittelpunkt des Projekts stand der Austausch zwischen den Kooperationspartnern in Berlin und Athen und die Frage, wie die Themen Klimaschutz und Energiesparen über rein naturwissenschaftlich-technische Ansätze hinaus vermittelt werden können. Das Ziel des Projekts war es, bestehende Bildungsmodule zu Energiesparen und Klimaschutz um emotional ansprechende, kreative und gestaltende Methoden zu ergänzen. Darüber hinaus sollten Unterrichtseinheiten so gestaltet werden, dass auch sozial benachteiligte Gruppen oder Schüler*innen mit erhöhtem Förderbedarf, erreicht werden können.
Dazu stellte Janna Greisle (UfU – Unabhängiges Institut für Umweltfragen) Projektansätze des UfU vor, die die beschriebene Herangehensweise zur Anwendung bringen und im Rahmen des Projekts, aber auch in anderen Projekten des UfU erprobt und umgesetzt worden waren.
Die systematische Entwicklung von Modulen zur Ansprache von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf stellte sich aufgrund fehlender zielgruppenspezifischer Materialien als eine besondere Herausforderung dar. Die Workshopgestaltung erforderte eine enge Abstimmung mit den Lehrkräften und oft individuelle Anpassung an teilweise einzelne Schüler*innen. Bei der Erprobung und Durchführung von Workshops in Förderschulen, wie der Biesalski-Förderschule in Steglitz-Zehlendorf, zeigten praxisnahe Aktionen am meisten Erfolg: Energiesparen wurde vor allem durch Bewegung, Spiel und handlungsorientierte Angebote erlebbar gemacht, etwa beim Fahrradfahren zur Stromerzeugung oder beim Upcycling von Abfall zu Geldbeuteln und Blumentöpfen zur Schulhofbegrünung. Auch die Projekte „Klimavisionen“ und „Klimagesichter“ des UfU wurden als Beispiele für partizipative, kreativ gestaltende und emotional ansprechende Formate vorgestellt.
Da Maya Andreou (CER – Community Energy River) nicht persönlich an der Abschlussfeier teilnehmen konnte, wurde sie mit einem digitalen Grußwort zugeschaltet. Sie erläuterte die Weiterentwicklung der Energiesparworkshops auf griechischer Seite und deren Fokus auf spielerische, gestaltende und partizipative Ansätze. In den Workshops mit den Kindern wurde das Schulgebäude zu einem lebenden Labor, zu einer emotional ansprechenden Gestalt. Durch Zeichnen und Malen ihrer Schule oder ihres zukünftigen Wunschgebäudes wurden die Emotionen der Kinder im Zusammenhang mit ihrem Schulgebäude hervorgebracht. Dies zeigte auch deren Frustration und Ärger über den Zustand des Gebäudes, brachte aber auch Ideen hervor, welche Verbesserungen gemacht werden könnten. Darüber hinaus stellte Maya das im Rahmen des Projekts von CER entwickelte Spiel „we change climate change“ vor, welches die Handlungsoptionen der Kinder zur Reduktion von CO2-Emissionen in den Fokus nimmt und beim „Cycladic Kids Festival“ im September 2025 in Athen getestet wurde.
Wolfgang Schwarz (BNE-Zentrum – Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung) führte anschließend anhand von Bildern durch die beiden Projektjahre und die Vorgeschichte der aktuellen Zusammenarbeit der Projektpartner. Neben Eindrücken aus den Projekt-Schulen in beiden Ländern, kam es im April 2024 in Athen und im Dezember 2024 in Berlin zu einem Austausch zwischen Schulklassen des 13. Gymnasio und Lykeo Athen und des Heinrich-Hertz-Gymnasiums.
Darüber hinaus unterstrich Wolfgang Schwarz die Bedeutung der zahlreichen Austauschtreffen der Projektpartner. Neben der Weiterentwicklung der Bildungsmodule entstanden dabei auch die Ideen für einen gemeinsamen Folgeantrag im Rahmen des Erasmus+Jugend-Förderprogramms, welcher im Herbst 2025 eingereicht wurde.
Der Abend wurde musikalisch begleitet. Griechische Lieder wurden mit neuen deutschen Texten unterlegt. Damit wurde die Verbindung zwischen den Projektpartnern auch kulturell erlebbar gemacht. Die Abschlussveranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie europäische Zusammenarbeit, Bildung und Kreativität zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können.
Kontakt: Janna Greisle
Glienicke/Nordbahn startet mit Energiesparprojekt fifty/fifty durch
Starterpaket ermöglicht geringinvestive Maßnahmen in sechs kommunalen Einrichtungen
Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn beantragt ein sogenanntes Starterpaket für geringinvestive Maßnahmen im Rahmen ihres Energiesparprojekts. Damit können in den kommenden Projektjahren gezielte Investitionen in sechs kommunalen Einrichtungen – einer Schule, einem Hort, einem Jugendclub und drei Kindertagesstätten – umgesetzt werden. Ziel ist es, den Energieverbrauch spürbar zu senken und gleichzeitig pädagogische Impulse für den Klimaschutz zu setzen.
Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Mit den Fördermitteln, die bis zu 6.000 Euro pro Einrichtung betragen, lassen sich zahlreiche energiesparende Verbesserungen umsetzen. Dazu zählen beispielsweise der Austausch veralteter Thermostatventile, die Optimierung der Heizungsregelungen oder der Erwerb von Materialien für pädagogische und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten.
Solche geringinvestiven Maßnahmen zeigen schnell sichtbare Erfolge: Sie verbessern das Energiemanagement vor Ort und machen für Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar erfahrbar, dass die Kommune aktiv zum Klimaschutz beiträgt.
Förderung schafft Handlungsspielräume
Finanziert wird das Projekt über die sogenannte Kommunalrichtlinie, die Kommunen bei der Einführung von Energiesparmodellen unterstützt. Neben der Förderung von Personalkosten bieten die zusätzlichen Mittel des Starterpakets eine wertvolle Möglichkeit, sinnvolle Investitionen auch bei knappen Haushalten umzusetzen.
„Sechstausend Euro mögen auf den ersten Blick nicht viel erscheinen – für kommunale Bildungseinrichtungen können sie jedoch den entscheidenden Unterschied machen“, betont Marlies Bock vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU), welches das Projekt im Auftrag der Gemeinde an den Einrichtungen durchführt. „Das Geld kann direkt und unbürokratisch eingesetzt werden – ein wichtiger Schritt, um Motivation, Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeit zu fördern.“
Bildung trifft Technik
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von pädagogischer Arbeit und technischem Know-how. Durch die Einbeziehung der Hausmeister*innen sowie des pädagogischen Personals entstehen Synergien, die über das Projekt hinaus wirken können. Kinder und Jugendliche erleben unmittelbar, dass ihr Engagement für den Klimaschutz zu sichtbaren Veränderungen führt – ein nachhaltiger Lerneffekt, der weit über die Projektlaufzeit hinausreichen soll.
Blick in die Zukunft
Das Energiesparprojekt in Glienicke/Nordbahn startete Anfang 2025 und läuft bis Mitte 2028. Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Starterpaket ist ab 2026 geplant, sodass sie bereits zur Heizperiode 2026/27 Wirkung zeigen können. Begleitend dazu finden pädagogische Aktionen und Workshops statt, in denen weitere Ideen für Energieeinsparung und Klimaschutz entwickelt werden.
Langfristig soll das Projekt in den Einrichtungen und in der gesamten Kommune fortgeführt werden. Erfahrungen aus ähnlichen Projekten zeigen, dass eine kontinuierliche Unterstützung entscheidend ist, um dauerhafte Energieeinsparungen und ein wachsendes Bewusstsein für Klimaschutz zu erreichen.
Fachtagung Klimaschutz an Schulen 2025
Natürlicher Klimaschutz – Schulen zukunftsfähig machen!
Natürlicher Klimaschutz muss in Schulen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Dies zeigte die 27. Fachtagung zu Klimaschutz an Schulen am 13. November in Berlin. Das diesjährige Schwerpunktthema „Schule im Wandel: Natürlicher Klimaschutz an Schulen“ untersuchte, inwieweit Schulen aktiv zur Klimaanpassung beitragen können.
Die enorme und oftmals unterschätzte Bedeutung intakter Ökosysteme für das Stadtklima hat auch Auswirkungen auf den Schulalltag. Insbesondere in Hitzemonaten und in Zeiten von Dürre, merken die Schüler*innen in den oftmals nicht klimaangepassten Gebäuden die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Alltag. Entsprechend zeigte die Fachtagung mit Vorträgen, Workshops und Initiativen auf, wie sich Klimaanpassung sowohl baulich, als auch pädagogisch in den Schulalltag integrieren lässt.
Im Mittelpunkt solcher Maßnahmen stehen naturbasierte und wassersensible Lösungen für die Schule. Durch Begrünung, Nutzung von Regenwasser oder innovative Bauformen werden die Biodiversität gesteigert, das Mikroklima an der Schule verbessert und gesunde Lernräume geschaffen, was die Resilienz von Schulgebäuden und Städten stärkt. Die auf der Fachtagung beispielhaft vorgestellte Umgestaltung des Schulhofs des Hermann-Hesse-Gymnasiums veranschaulicht, dass Schulen selbst zu Orten des Wandels werden können, an denen Lehrkräfte und Schüler*innen gemeinsam nachhaltige Strategien umsetzen.
Auch die Befähigung von Schüler*innen, sich an der eigenen Schule zu beteiligen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung junger Menschen. Beteiligungsprojekte wie das UfU Projekt KlimaVisionen bestätigten auch in der Fachtagung, dass die Schüler*innen vermehrt auch außerhalb der Schule zu Klimathemen zu kommunizieren. Schulische Klimaschutzprojekte stoßen dementsprechend nicht nur räumliche Veränderungen an, sondern stärken auch die Handlungskompetenz junger Menschen. Vor diesem Hintergrund sind geplante Kürzungen bei derartigen Projekten kritisch zu bewerten.
Das UfU hebt mit dieser Fachtagung hervor, dass Klimaanpassung machbar, wirkungsvoll und ein Gewinn für Bildung, Gemeinschaft und Umwelt ist. Deutlich wird dabei auch: Natürlicher Klimaschutz ist kein Zusatzprojekt, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit von Schulen und in das Bewusstsein der kommenden Generationen.
Energiesparen wirkt – Pilotprojekt zeigt Einsparpotenziale in Wohngruppen der Jugendhilfe
Energiesparen wirkt – Pilotprojekt zeigt Einsparpotenziale in Wohngruppen der Jugendhilfe
Wie lassen sich Energie- und Wasserverbräuche im Alltag senken – auch in Wohnkontexten mit besonderen sozialen und organisatorischen Anforderungen? Ein Pilotprojekt des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) zeigt: Mit praxisnahen Experimenten, spielerischen Methoden und konkreten Messungen lassen sich Einsparpotenziale sichtbar machen und Selbstwirksamkeit bei Kindern, Jugendlichen und jungen Familien stärken. Im Oktober 2025 führte das UfU im Auftrag der Cornelius-Werk Diakonische Hilfen gGmbH das Pilotprojekt „Energiesparen in Wohngruppen der Jugendhilfe“ durch. In mehreren Workshops zu Energie- und Wassersparen arbeiteten Kinder, Jugendliche sowie junge Eltern an der Frage, wie sich Ressourcen im Alltag bewusster und effizienter nutzen lassen.
Messbare Einspareffekte im Alltag
Zentrales Element der Workshops waren interaktive Experimente, mit denen Energie- und Wasserverbräuche unmittelbar erfahrbar wurden. Besonders eindrücklich war ein Lüftungsexperiment mit Nebelmaschine und CO₂-Messgeräten: Während beim Kipplüften der CO₂-Gehalt der Raumluft kaum sank und zeitweise sogar anstieg, führte Stoßlüften innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität. Das Experiment machte anschaulich deutlich, dass einfache Verhaltensänderungen nicht nur Energie sparen, sondern auch das Raumklima und die Gesundheit verbessern können. Ergänzend wurden Raumtemperaturen und Thermostateinstellungen überprüft sowie mithilfe einer Wärmebildkamera Wärmebrücken am Gebäude identifiziert.
Wasserverbrauch verstehen – direkt und indirekt
Auch beim Thema Wasser stand das aktive Messen und Vergleichen im Vordergrund. Jugendliche prüften den Durchfluss von Wasserhähnen, kontrollierten Spülkästen und dokumentierten Einsparmöglichkeiten. Darüber hinaus wurde der sogenannte sekundäre Wasserverbrauch thematisiert: Anhand von Alltagsprodukten wie Lebensmitteln, Kleidung oder Fahrzeugen wurde deutlich, wie viel Wasser bereits bei der Herstellung verbraucht wird. Besonders der hohe Wasserbedarf bei der Produktion von Rindfleisch und Autos im Vergleich zu pflanzlichen, regionalen Lebensmitteln sorgte für Aha-Momente.
Modellprojekt mit neuer Perspektive für das UfU
Das Projekt hatte für das UfU Pilotcharakter: Während Energiesparprojekte bislang vor allem in Nichtwohngebäuden wie Schulen oder Kitas umgesetzt wurden, standen hier erstmals Wohngebäude der Jugendhilfe im Fokus der energetischen Betrachtung. Die Workshops zielten darauf ab, Klimawissen niedrigschwellig zu vermitteln, Selbstwirksamkeit zu fördern und die Teilnehmenden zu befähigen, Einsparmaßnahmen eigenständig im Alltag umzusetzen.
Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – etwa durch Personalausfälle oder den laufenden Betrieb in den Wohngruppen – zeigte sich, dass partizipative Klimabildung auch unter Realbedingungen gut funktioniert. Besonders hervorgehoben wurden von den Teilnehmenden die detektivischen Hausrundgänge und die spielerischen Quizformate, die belegten, dass sich zentrale Inhalte nachhaltig eingeprägt hatten.
Wie geht es weiter?
Das Pilotprojekt stieß sowohl beim Auftraggeber als auch in den beteiligten Einrichtungen auf große Zustimmung. Die Wohngruppen planen, Einsparmaßnahmen selbstständig weiterzuverfolgen, etwa durch das Anbringen von Sparhinweisen im Alltag. Der Auftraggeber prüft zudem, ob das Konzept auf weitere Einrichtungen übertragen und verstetigt werden kann.
Ein Feedback aus der Mutter-Vater-Kind-Gruppe bringt die Wirkung des Projekts auf den Punkt: „Ein tolles Projekt!“
Kontakt: Antonia Nieke, Janna Greisle
Erfolgreicher Schuljahresstart mit Auszeichnungsveranstaltung in Leipzig
Erfolgreicher Schuljahresstart mit Auszeichnungsveranstaltung
Zum Start des neuen Schuljahres wurden am 2. Oktober 2025 im Neuen Rathaus alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Energiesparprojekts „Halbe-Halbe“ geehrt. Neben der feierlichen Überreichung der Urkunden konnten die teilnehmenden Schüler/-innen, Lehrkräfte, Einrichtungsleitungen und Hausmeister an verschiedenen Mitmachständen praktische Einblicke rund ums Energiesparen gewinnen.
Das Projekt lief im Schuljahr 2024/25 an 40 Leipziger Schulen sowie in einer Kita. Die Gesamtbilanz kann sich sehen lassen: Nach einem Jahr ohne Einsparungen im Bereich Wärme wurde 2024/25 eine Reduktion um 14 Prozent erreicht. Bei Wasser und Strom war der Verbrauch zwar höher als im Vorjahr, doch das Ergebnis ist ein wertvoller Ansporn für das kommende Jahr. Insgesamt gelang es acht Einrichtungen, bei allen drei Medien zu sparen, 13 weitere Einrichtungen reduzierten ihren Verbrauch bei zwei Energieträgern und alle anderen Einrichtungen erzielten Einsparungen in mindestens einem Bereich.
Für ihren Einsatz erhielten die Teilnehmenden Prämien von insgesamt knapp 100.000 Euro. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise und knapper Haushaltsmittel zeigt das Projekt, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln Hand in Hand gehen.
Auch im Schuljahr 2025/26 wird „Halbe-Halbe“ fortgesetzt – mit 40 Einrichtungen, vom historischen Schulbau bis zum modernen Neubau.
Kontakt: Heiner Giersch
Vier Jahre KlimaVisionen: 70 Berliner Schulen zeigen, wie Klimaschutz geht
Nach vier intensiven Projektjahren endet das Projekt „KlimaVisionen – Wege zur klimaneutralen Schule in Berlin“. 70 Schulen aus allen Berliner Bezirken haben jeweils eine eigene Roadmap (Maßnahmenfahrplan) zur Klimaneutralität entwickelt und konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen umgesetzt. Jetzt braucht es eine Anschlussfinanzierung, um die Schulen auch weiterhin wirkungsvoll zu unterstützen und zugleich neue Schulen auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Selbstwirksamkeit zu stärken und gemeinschaftliche Aktionen zu initiieren.
Schulen als Impulsgeber für Klimaneutralität
Der Handlungsdruck ist enorm: Um Berlins Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen, braucht es deutlich mehr konkrete Maßnahmen – insbesondere in öffentlichen Einrichtungen. Schulen nehmen hier eine zentrale Rolle ein. Die im Projekt entwickelten Roadmaps zeigen eindrucksvoll, wie Schulen strukturell und pädagogisch wirksam Emissionen einsparen – und zugleich als Vorbild für andere Institutionen agieren können.
Was gut lief – und was bleibt
Im Rahmen des Projekts wurden nicht nur Zukunftsvisionen entwickelt, sondern greifbare Veränderungen angestoßen. Besonders die strukturelle Verankerung von Klimaschutz durch Klimaparlamente, wie etwa an der Friedrich-Ebert-Oberschule, gehören zu den Highlights des Projekts.
Zudem führte die Projektteilnahme zu intensivem Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen. Hier werden nicht nur Kontakte geknüpft, sondern auch die konkrete Projektplanung vorangetrieben. Im Anschluss tragen die Teilnehmenden die wieder aufgefrischte Motivation zurück in ihre Schulgemeinschaft. Im Verlauf des Projekts haben sich als besonders wirksam herauskristallisiert:
- Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern
- Die Kooperation von Teams innerhalb der Schule und die Einbindung z.B. der Gesamtkonferenz
- Die nachhaltige, strukturelle Verankerung der Bemühungen und Klimaschutzaktionen z.B. durch ein Klimaparlament oder eine Klima-AG
- Die Festlegung von realistischen Zielen und die Priorisierung wirkungsvoller Maßnahmen
Klimaschutz braucht strukturelle Verankerung
Die Erkenntnisse der projektbegleitenden Evaluation zeigen deutlich: Für eine nachhaltige Umsetzung braucht es verbindliche Strukturen und politische Rückendeckung. Viele Maßnahmen wurden bislang freiwillig und zusätzlich zur regulären Arbeit umgesetzt. Ohne genügend Zeitressourcen, koordinierende Stellen und angemessener Anerkennung bleibt es beim Engagement Einzelner. Daher fordert das UfU an jeder Schule eine feste Koordinierungsperson für Klimaschutz und Klimaanpassung, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund rückt.
Darüber hinaus braucht es eine intensivere Begleitung durch externe Partner, um engagierte Lehrkräfte entlasten zu können, sowie eine stärkere Vernetzung mit Bezirksämtern und Kommunen. Denn dort, wo gute Ansprechpersonen vorhanden waren, konnten Schulen ihre Roadmaps deutlich schneller umsetzen.
Klimaaktionen umsetzen motiviert und stärkt Selbstwirksamkeit
Die Erfahrungen im Projekt zeigen deutlich: Effektiver Klimaschutz an Schulen braucht eine Balance zwischen sichtbaren, direkt emissionsvermeidenden Maßnahmen und der Bewusstseinsbildung im Schulalltag. So kann die Gestaltung von Hochbeeten ein erster Erfolg sein, um Momentum zu gewinnen und mit Motivation auch die schwierigeren Themen anzugehen. Wie etwa: Wie gelingt es die Schulgemeinschaft zu mobilisieren? Wie kann die energetische Sanierung der Schulgebäude auf die Agenda von Entscheidungsträger*innen gesetzt werden? Wie kann effektiver Hitzeschutz etabliert werden?
Auch die sogenannte „Attitude-Behavior-Gap“ (Kollmuss & Agyeman, 2002) zeigt sich deutlich: Lehrkräfte erleben Klimaschutz besonders dann als sinnvoll, wenn sie selbstwirksam handeln können – nicht nur, wenn Themen im Unterricht behandelt werden.
Wie geht es nun weiter?
Nach Projektende liegt die Umsetzung der Roadmaps bei den Schulen selbst. Viele engagieren sich weiterhin mit großer Motivation – nicht zuletzt dank der entstandenen Netzwerke. Doch es braucht klare politische Signale, dass die Klimaziele Berlins ernst genommen werden. Das bisher Erreichte wird ohne nachhaltige strukturelle Förderung und zentrale Unterstützung nicht dauerhaft Bestand haben.
Das UfU sucht aktiv nach neuen Fördermöglichkeiten, um das erfolgreich und mehrfach ausgezeichnete Modellprojekt fortzusetzen und weitere Schulen und auch andere Bildungseinrichtungen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten.
Das Projekt „KlimaVisionen“ zeigt: Klimaschutz an Schulen wirkt – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Damit Berlin seine Ziele erreicht, braucht es neben engagierten Lehrkräften und motivierten Schüler*innen vor allem auch den politischen Willen, Schule neu zu denken: als echten Lern- und Gestaltungsort für eine klimaneutrale Zukunft.
Weitere Informationen, Materialien und die Handreichung „Schulen als Impulsgeber für Klimaneutralität in Städten – Die Vision einer klimaneutralen Schule“ finden Sie hier.
Drei Schulen mit Modellcharakter für Berlin - Energiesparprojekt in Marzahn-Hellersdorf
Berlin, Marzahn-Hellersdorf – An drei Schulen des Bezirks ist für das aktuelle Schuljahr ein neues Energiesparprojekt durchgeführt worden. Das Projekt, welches nachhaltig die Energieverbräuche der Schulen senken soll, setzt auf intensive pädagogische Betreuung, Teilhabe der Kinder und auf ein monatliches Energiemonitoring. Damit wurden in dem Vorhaben neue Maßstäbe in der schulischen Klimabildung und Energieeffizienz gesetzt.
Warum Energiesparen an Schulen?
Wenn es um die erfolgreiche Energiewende geht, wird das Potential der Suffizienz, also Einsparung immer noch massiv unterschätzt. Dabei bieten der schonende Umgang mit Ressourcen und das Einsparen von Energieverbräuchen die Chance, unseren Bedarf erheblich zu senken und damit auch den Druck auf bekannte Konflikte wie bspw. den Flächenkonflikt zu senken. Schulen sind der größte Energieverbraucher der öffentlichen Hand und bieten enorme Einsparpotentiale.
Pilotprojekt mit Vorbildfunktion
Das Energiesparprojekt besteht sowohl aus Unterrichtseinheiten, Praxisworkshops und einem Energiemonitoring. Dem Bezirk war es wichtig, dass innerhalb des Projekts, die Schulen intensiv pädagogisch betreut werden. Deshalb erhielten alle Schulen in dem Projekt Unterrichtseinheiten zu Energie, Klima und Nachhaltigkeit und stärkten so das Bewusstsein der Schüler- und Lehrer*innen für Umweltthemen. Zusätzlich führten die Schulen regelmäßig Raumtemperaturmessungen und andere Workshops durch, damit die Schüler*innen Verständnis für die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Verbräuche anschaulich erfahren können. Es wurden Energy-Clubs an den Schulen gegründet, die den Schüler*innen die Möglichkeit geben, sich für die Schule verantwortlich zu fühlen und eigene Ideen umzusetzen. Auf diese Weise macht Bildungsarbeit Spaß und die Schüler*innen erfahren Selbstwirksamkeit. Zusätzlich wurde an allen drei Schulen erstmalig ein monatliches Energiemonitoring durchgeführt. Dabei wurden die Verbrauchsdaten für Wärme, Strom und Wasser ausgewertet und mit Vorjahreswerten verglichen. Die Ergebnisse zeigen sowohl Erfolge als auch Herausforderungen:
– Wärmeverbrauch sank in zwei der drei Schulen um bis zu 7 %
– Stromverbrauch reduzierte sich um 11 % (WvS) und 7 % (JS)
– Wasserverbrauch stieg in einer Schule um 19 %, was auf eine möglichen Schaden hinweist
Diese regelmäßigen Auswertungen machen deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Energiecontrolling ist – nicht nur zur Einsparung, sondern auch zur schnellen Erkennung und Behebung von Problemen. Teilweise werden Maßnahmen in den Schulen, z.B. im Bereich der Nacht- und Wochenendabsenkung der Heizungsanlage auch erst zur kommenden Heizperiode umgesetzt, so dass weiteres Einsparpotential erwartet wird.
Forderung nach Ausweitung des Projekts
Das Projekt zeigt, dass gezielte pädagogische Betreuung in Kombination mit technischem Monitoring echte Wirkung zeigt – sowohl bei den Verbrauchszahlen als auch bei der Klimabildung. Schüler*innen wirken bei den Projekten selbst aktiv mit und werden so für die Thematik sensibilisiert, erfahren Selbstwirksamkeit im Zusammenhang mit der Energiewende. Das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) fordert daher eine Ausweitung vergleichbarer Projekte auf alle Berliner Bezirke und Kommunen in Brandenburg, um das Ziel einer klimaneutralen Schule realistisch zu erreichen. Auch finanziell ist die Durchführung solcher Projekte lohnend. Denn die Kosteneinsparungen durch die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs übersteigen die anfallenden Kosten für die Durchführung derartiger Projekte.
Wie geht es weiter?
Im kommenden Schuljahr wird das Projekt in den drei Marzahn-Hellersdorfer Schulen fortgesetzt – allerdings ist die Beauftragung zunächst nur bis Ende 2025 gesichert. Eine Fortführung über 2026 hinaus sowie die Einbindung weiterer Schulen wird angestrebt. Die Erfassung der Verbrauchsdaten soll weiter optimiert werden, um ein noch effizienteres Controlling zu ermöglichen.




































































